Kreuzung mit Aufpflasterung

Anwendungsbeispiel Ungesicherte Querungsstellen

Lupe - Pflaster um 90 Grad
mit 1:3 Steinlänge versetzt
Randeinfassung mit Rundbordstein
Querungsstelle im Bereich der Aufpflasterung für den allgemeinen Fußgängerverkehr.
Die Höhe der Bordsteinkante beträgt 3 cm. Der Kantenradius des Rundbordes soll wegen der tastbaren Kante für die Blinden und Sehbehinderten maximal 20 mm nicht überschreiten. Keine Querungsstelle für Blinde und Sehbehinderte!
Querungsstelle für Blinde und Sehbehinderte
Diese Personengruppe wird außerhalb der Aufpflasterung geführt. Dazu gehören die Bauteile kontrastreiche Betonplatten oder Pflaster ohne Fase, weißes Richtungsfeld mit Rippenplatten und 12 cm hoher Bordstein in weißer Farbe.
Querungsstelle mit Querungsbord
Querungsstelle für Personen mit rollenden Hilfsmitteln und Personen mit Gehbehinderungen. Über eine kurze Rampe vom Gehweg zur Fahrbahn erfolgt eine Nullabsenkung mit Rampenansicht von 0 auf 3 cm.
Gehweg
Bewegungsfläche für alle Fußgänger mit bequemen, befahrbaren Belag (z. B. Pflastersteine in verschiedenen Größen ohne Fase). Pflasterfarbe als gelber Sandstein mit einer kontrastierenden Läuferzeile am Bordstein und an der Hauswand.
Anrampung
Die Anrampung wird auf ganzer Fahrbahnbreite bis auf 3 cm Kantenhöhe angezogen und mit einer Rampenneigung von annähernd 1:10 bis 1:7 zu versehen. Zum Einbau empfiehlt sich Betonpflasterstein z.B. 16/24/14 cm oder ein Rampenstein aus vorgefertigten Betonelementen. Bei einer Anrampung mit Asphaltbeton kann zu deren Verdeutlichung eine Markierung von so genannten "Haifischzähnen" im Rampenbereich gekennzeichnet werden.
Aufpflasterung Fahrbahn
Die Aufnahme der tangential wirkenden Schubkräfte auf die Betonpflasterdecke setzt eine gute Verzahnung des Pflasterverbandes voraus. Die beste Stabilität wird erreicht beim Parkettverband (Fischgrätenverband) mit dem Seitenverhältnis von ca. 1:3. Dazu eignen sich z.B. folgende Pflastermaße 15/18, 18/23 auch noch 16/24 cm. Um Rollgeräusche zu reduzieren ist ein Belag ohne Fase zu verwenden.
Bei Linienbusverkehr oder regelmäßiger Befahrung von Rettungsfahrzeugen ist eine Aufpflasterung zu vermeiden.
Ungesicherte Querungsstelle mit Aufmerksamkeitsfeld
Ungesicherte Querungsstellen sollen nicht gleich gestaltet werden wie gesicherte Querungsstellen. Der Auffindestreifen entfällt. Vor der Bordsteinkante ist ein Richtungsfeld anzulegen. Bei breiten Gehwegen wird ein Aufmerksamkeitsfeld an der "Inneren Leitlinie" verlegt.
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Die Gestaltung dieser Verkehrsanlagen
entspricht u.a. folgenden Regelwerken und Normen:

RASt 06 (2006) - Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
EFA (2002) - Empfehlungen für Anlagen des Fußgängerverkehrs
M FP 1 (2003) – Merkblatt für Flächenbefestigung mit Pflasterdecken und Plattenbelägen Teil 1 Merkblatt über bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung (1994)
DIN 32984 (2011-10) - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
DIN 32975 (2009-12) - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung

Kurzerläuterungen

Einkaufsstraßen sind ein Magnet in der Innenstadt. Im historischen Ambiente der Altstadt lässt es sich durch moderne Geschäfte, Shopping Center oder Kaufhäuser im städtischen Flair gut flanieren. Dazu ist eine angenehme Lauflage für die Fußgänger von großer Bedeutung. In diesem Umfeld werden neben Fußgängerzonen auch bei Straßen mit Tempo 30 Zonen, Aufpflasterungen in den Kreuzungen oder Einmündungen errichtet. Diese Maßnahme trägt zur Geschwindigkeitsdämpfung des Kfz-Verkehrs bei und leistet dadurch eine Verbesserung der Verkehrssicherheit für die Fußgänger. Die Aufpflasterung an der Kreuzung erleichtert den mobilitätsbehinderten Personen das Überqueren der Fahrbahn, da die Gehlinie zur anderen Straßenseite über eine annähernd gleiche Ebene verläuft. Einziger Nachteil einer Aufpflasterung sind die eventuell auftretenden Lärmbelästigungen, insofern spielt die richtige Pflasterauswahl eine wesentliche Rolle.

Bei diesem Anwendungsbeispiel ist der Fahrbahnrand an der Bordausrundung zur Aufpflasterung mit einem 3 cm hohen Rundbord ausgebildet, damit das Oberflächenwasser von der Straßenkreuzung durch das Längsgefälle und der Querneigung nicht auf den Gehweg fließt. Andere Lösungsmöglichkeiten bieten auch Borde mit kleiner Kantenfase oder einer Pflaster-Läuferzeile (z.B. Hamburger Kante). Für Personen, die den 3 cm hohen Bordstein nicht überqueren wollen, besteht die Möglichkeit die 1,00 m breite Nullabsenkung zu benutzen. Dieser Übergang ist aber nach DIN 32984 (2011-10) mit einem 60 cm tiefen Sperrfeld aus Rippenprofilen für blinde und sehbehinderte Personen abzusichern.

Ein Angebot zur Erkennung des Fahrbahnrandes für blinde und sehbehinderte Personen und deren Straßenüberquerung wird eine ungesicherte Querungsmöglichkeit errichtet. Für diese Gestaltung schlägt die DIN vor, nur ein Richtungsfeld am Fahrbahnrand anzulegen, anstatt eines durchgehenden Aufmerksamkeitsfeldes im Gehweg mit Noppen. Bei einem breiten Gehweg soll zum Auffinden der Querungsstelle an der inneren Leitlinie (z.B: Hauswand) ein Aufmerksamkeitsfeld mit diagonalen Noppen angelegt werden.

Die profilierten Bodenindikatoren müssen sich mit einem Leuchtdichtekontrast von K> 0,4 zum Umgebungsbelag absetzen.

Allgemeiner Hinweis zur Farbgestaltung von öffentlichen Verkehrsflächen:
In der Konzipierung von Verkehrsflächen sollte bei der städtebaulichen Planung von den eintönig abweisend wirkenden Gehwegen Abstand genommen werden. Das bevorzugte Gestaltungsprinzip „Ton in Ton“ (dunkle Fahrbahndecke mit dunklem oder grauem Gehweg) möge der Vergangenheit angehören. Kontrastreiche Farbnuancen müssen das Areal bestimmen und integraler Bestandteil jedes Straßenraumentwurfs werden. Besonders Farben mit Helligkeitsunterschieden strahlen Freundlichkeit in der Umgebung aus.

Zeichenerklärung

Die Zahlen verweisen auf eine Kurzbeschreibung im gesonderten Textfeld
Die Lupe vergrößert einen Planausschnitt
(Bemaßungen und bautechnische Erläuterungen zu den LEITdetails sowie weitere Zeichnungen finden Sie in dem Handbuch LEITdetails)


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